Nun bin ich bereits mehr als zwei Wochen in New York City - eine Stadt die angeblich nie schläft. Dies ist wahr, es gibt verschiedenste Einrichtungen, Läden und Restaurants die 24 Stunden an sieben Tagen die Woche geöffnet sind. Zu welcher Zeit man auch in New Yorks Strassen herumgeht, man ist nie alleine. Was jedoch noch lange nicht bedeutet, dass man um 11 Uhr an einem Sonntagabend eine Flasche Wein auftreiben kann. Glaubts mir ich habe es
versucht;-)
Da komme ich mir zum ersten Mal, seit ich in den USA bin, wie eine Ausländerin vor. Ich muss manchmal nachfragen wenn jemand etwas zu mir sagt, da mein Spanisch doch etwas eingerostet ist. Und ich vermische mich auch äusserlich eher schlecht mit den dunkelhaarigen
Dominikanern ;-) Allerdings ist es ein sehr freundliches, offenes und sicheres Viertel und ich wohne nur einen Block von der sehr praktischen Subway-Linie Nr. 1 entfernt. Übrigens: die interessantesten Begegnungen in der Subway erlebt man mitten in der Nacht...
In New York gibt es natürlich fast unendlich viele Dinge zu entdecken: Gebäude, Museen, Parks, Gewässer; und zu erleben: kulinarische Weltreisen, Theater und Shows aller Arten und immer mal wieder eine sinnvolle Demonstration.
Allerdings hat diese Stadt auch einen nicht zu
vernachlässigenden Nachteil. Die Einheimischen nennen es "Air Tax". Die Idee ist die Folgende: sobald man in New York auf die Strasse tritt, hat man 20$ ausgegeben. Dies ist leider wirklich wahr. Speziell jetzt, wo es schon sehr kalt sein kann und man deshalb immer wieder irgendwo hinein gehen muss um sich aufzuwärmen.
Bisher habe ich noch sehr wenige touristische Ausflüge unternommen. Ich habe die Stadt vor allem mit Einheimischen zu Fuss entdeckt.
Doch die Statue of Liberty konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und den Times Square kann man kaum meiden, da er sehr zentral gelegen ist. Ich habe auch bereits zwei Lieblingscafés.
Eines in Chelsea (Südwestmanhattan) und eines in der Upper West Side. In beiden findet man viele Leute beim lesen und in einem der beiden auch sehr viele Schriftsteller bei der Arbeit. Cafés sind hier so richtige Arbeitsplätze und dies gibt ihnen einen ganz speziellen Charme.
Ab nächster Woche werde ich meine Entdeckungstouren dann auf die Abende und Wochenenden beschränken müssen, denn ich beginne am Dienstag ein Praktikum bei einer Menschenrechts-NGO.
So, aber nun ist erstmal Thanksgiving angesagt. Dies bedeutet für mich die Gelegenheit einer kurzen Reise nach Washington D.C. Denn wenn alle US-Amerikaner zu ihren Familien reisen, wird es wohl weniger Touristen in der mächtigsten Stadt der Welt haben...