October 08, 2008

Campaigning in einer Stadt in Ohio

Eine typische Strasse in Shaker Heights (an welcher ich zur Zeit wohne)

In europäischen Zeitungen liest man viel darüber wie die Kampagne in den USA geführt wird. Doch zumindest ich fand es trotzdem schwierig mir vorzustellen wie genau die tägliche Arbeit in einem Campaign-Office abläuft. Nach drei Tagen Mitarbeit für ein Obama Campaign-Office in einem Quartier von Cleveland kann ich ein bisschen besser nachvollziehen was wie gehandabt und gemacht wird.

Letzten Montag war der letzte Tag an welchem sich potenzielle WählerInnen in Ohio registrieren konnten, damit sie dann auch wirklich wählen können am 4. November. Eigentlich muss sich jeder Bürger nur einmal registrieren und bleibt es dann sein ganzes Leben, allerdings müssen alle Angaben immer aktuell sein; sprich wenn man umzieht, muss man sich neu registrieren damit die Adresse wieder stimmt. Dies wissen dummerweise nur sehr gut informierte Wähler. In Realität ist es deshalb des Öfteren der Fall, dass Wähler an die Urne gehen, und dann abgewiesen werden weil ihre Registrierung nicht "up to date" ist.
Soviel zur grossen Demokratie USA. Nicht jeder Bürger und jede Bürgerin hat eine Stimme, sondern jeder aktualisierte Registrierte. Der Unterschied zwischen den beiden Kategorien ist erheblich. Deshalb ist ein erstes Ziel bei jeder Wahl diesen Unterschied zu verkleinern und möglichst viele potenzielle WählerInnen zu registrieren.
Am letzten Montag ging ich deshalb mit zwei anderen Volunteers - einer Cousine einer Freundin und einem jungen Ex-Studenten aus Kalifornien- hinaus auf die Strassen von Cleveland um den letzten Tag vor der Deadline zu nutzen und möglichst viele potenzielle Obama-Wähler zu registrieren. Dies bedeutet: überlegen wo man am ehesten eine geeignete Zielbevölkerung antrifft, dort hingehen und Leute ansprechen und fragen ob sie schon registriert sind und wenn nicht sie ein Registrierungsformular ausfüllen lassen.
Da es der letzte Tag war, waren bereits viele Leute registriert -oder sagten mindestens, dass sie es sind. Doch diejenigen, die es noch nicht waren, reagierten fast alle sehr positiv und waren erleichtert, dass wir sie gefunden haben, weil sie es sonst eventuell nicht mehr hätten machen können. So waren wir also von 10 Uhr Morgens bis 20 Uhr Abends unterwegs und haben US-BürgerInnen geholfen sich zu registrieren. Und es hat sich gelohnt: etwa 60 Personen mehr werden nun ihren Präsidenten (in 99% der Fälle wohl Obama) wählen können, wenn sie wollen.


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